So läuft der Verhandlungsmotor rund (2)

Ärgerlich, wenn eine wichtige Verhandlung stockt oder nicht richtig in Gang kommt. Es ist wie mit dem Auto liegenzubleiben: das passiert immer dann, wenn man es nicht gebrauchen kann.

Heute geht es den zweiten von drei typischen Verhandlungsunfällen und …

  • … warum es passiert
  • … was man dann tun kann
  • … wie man von vornherein dafür sorgt, daß es rund läuft.

2. Genau hingehört und hingesehen?

Läuft der Motor wirklich rund? Wenn an meinem Auto etwas klappert, piepst oder brummt, werde ich ganz elektrisch, bis ich weiß, was es ist.

Im Eifer des Gefechts

  • Nehmen wir unsere Gesprächspartner oft nicht bei jedem einzelnen Wort,
  • Messen den nonverbalen Signalen nicht genug Bedeutung bei,
  • Trauen wir unserer Intuition nicht.

Wie vermeiden?

  • Genau zuhören bringt meist mehr als schon überlegen, was man sagen will: man findet jede Menge Anfasser zum Einhaken. „… eigentlich ist Ihr technische Lösung ja interessant …“ soll heißen: eigentlich nicht ? Wirklich sicher scheint Ihr Gesprächspartner sich nicht zu sein oder mag etwas nicht sagen. Gute Gelegenheit, einzuhaken und nachzufragen. Ein augenzwinkerndes „Eigentlich?“ reicht schon manches Mal als Ermunterung.
  • Achten Sie auch auf die nonverbalen Signale wie Körperhaltung, Gestik, Mimik, dann haben Sie wichtige Anhaltspunkte für Ablehnung oder Zustimmung. Die Worte klingen schlüssig und überzeugend, aber Sie haben ein komisches Gefühl im Genick und denken „seltsam“? Sagt der Gesprächspartner etwas Lobendes oder Positives und lehnt sich in diesem Moment zurück? Gleichen Sie die Worte mit der Körpersprache ab und stellen Sie eine Frage, die dort einhakt.
  • Ich fragte mal meine Freundin Petra, eine Bauingenieurin: „Was hältst Du eigentlich vom Videotraining im Seminar?“ – Pause. „Och ja, das kann ganz nützlich sein …“ „Petra, Du findest Videotraining abscheulich!“ „Ja! Ich habe da immer nur ´was beim Zugucken gelernt. Wenn man selbst dran ist, achtet man bloß darauf, gut dazustehen – der zusätzliche Druck verhindert das Lernen. Und … und …“ Ich habe bei der ersten zögerlichen Antwort und Wortwahl einfach meiner Intuition vertraut und eingehakt – mir wäre soviel Wichtiges entgangen, wenn ich ihre ersten Worte so stehengelassen hätte! Also: hören Sie auf Ihre Intuition und gehen Sie dem nach, was wohl nicht gesagt wurde – so kommt man ganz leichtfüßig an wichtige Informationen. 🙂

Und wenn es doch passiert ist?

Einige Beispiele, wie Sie die Situation in den Griff kriegen:

  • Einhaken kann man immer noch, auch eine verfahrene Situation läßt sich wieder lösen – zB so wie oben beschrieben. Ziehen Sie möglichst sofort die Bremse, wenn Sie es merken – je länger man wartet, desto mehr muß man retten. Mit Superbenzin im Diesel sollte man nicht auf die Autobahn …
  • Wenn sich das Mühlrad im Kopf dreht: einmal durchatmen bis tief in den Bauch, verkrampfte Arme und Beine bewußt lockerlassen und sich ganz gezielt auf´s Zuhören konzentrieren.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, Sie verwickeln sich immer tiefer: gehen Sie kurzzeitig äußerlich aus der Situation und kommen Sie „in Bewegung“, zB aufstehen und einen Kaffee holen, zum WC, …

Das alles ist reine Übungssache! Nutzen Sie die Gelegenheiten, die sich bieten: im Lokal, in der Bahn, wenn Sie irgendwo warten, bis Sie dran sind, in Besprechungen, wo es entspannt ist. Dann klappt´s auch, wenn es um etwas geht.

Beim nächsten Teil geht es um das passende Handwerkszeug.

 

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So läuft der Verhandlungsmotor rund Teil 1: Kein Hudeldudel

Versteckte Emotionen erkennen

 

So läuft der Verhandlungsmotor rund (1)

Ärgerlich, wenn eine wichtige Verhandlung stockt oder nicht richtig in Gang kommt. Es ist wie mit dem Auto liegenzubleiben: das passiert immer dann, wenn man es nicht gebrauchen kann.
Heute geht es den ersten von drei typischen Verhandlungsunfällen: warum es passiert; was man dann tun kann und wie man von vornherein dafür sorgt, daß es rund läuft.

Es geht hudeldudel

… wie neulich, als mein Mann Benzin in seinen Diesel getankt hat. Gesamtzeitaufwand 5 Stunden, Kosten 800€.
Obwohl wir es besser wissen, sind wir manches Mal bei der Vorbereitung der Verhandlung oder im Gespräch

  • mit den Gedanken schon woanders,
  • lassen uns hetzen,
  • passen nicht richtig auf.

Wie läßt sich das vermeiden?

Nehmen Sie sich genug Zeit und gucken Sie genau hin, welche Zapfpistole Sie in der Hand haben 🙂 . Alles andere dauert erheblich länger und kostet mehr.

  • Eine gute Vorbereitung ist die halbe Verhandlung: Sie sind sicherer, wirken souveräner und kompetenter und können sich besser auf die Gesprächspartner und den Verhandlungsprozeß konzentrieren. Die Zeit, die Sie hier „sparen“, stecken Sie später doppelt und dreifach hinein, weil der Verhandlungsmotor zu stottern anfängt.
  • Klären Sie im Vorfeld mit den entsprechenden Stellen die genauen Ziele und einen eventuellen Verhandlungsrahmen, dann kann Ihnen niemand etwas Inakzeptables „aus dem Kreuz leiern“.
  • Informieren Sie sich über Ihre Gesprächspartner, versuchen Sie, etwas über deren Ziele und Wünsche herauszufinden und das in die Vorbereitung einzubauen. Auch wenn Sie nicht (ganz) richtig liegen: Sie bekommen in jedem Fall eine hilfreiche Rückmeldung zu Ihren Vorschlägen.

Und wenn es doch passiert ist?

Einige Beispiele, wie Sie die Situation in den Griff kriegen:

  • Ihnen fehlen Informationen zu Gesprächsteilnehmern:
    • fragen Sie ganz einfach und selbstverständlich nach oder
    • falls sich die Gelegenheit bietet, telefonieren Sie schnell mit einem Kollegen, der mehr weiß (irgendwo findet sich schon eine unbelauschbare Ecke).
    • Wenn das nicht möglich ist, hören Sie zunächst sehr gut zu, beobachten Sie, wer wohl etwas zu sagen hat, wer für welche Fragen angesprochen wird.
  • Wenn Ihnen unerläßliche fachliche Informationen fehlen: falls nicht sofort beschaffbar, entschuldigen Sie sich und bitten Sie um Vertagung. Das macht glaubwürdig und schafft Vertrauen: besser, als sich vor klaren Aussagen drücken zu müssen und doch nicht zu Ziel zu kommen.
  • Im Gespräch etwas nicht mitbekommen:
    • Fragen Sie nach, notfalls mit „ich habe Sie akustisch nicht ganz verstanden“.
    • Verschaffen Sie sich zB eine Denkpause, „Was genau verstehen Sie darunter?“ – währenddessen fällt Ihnen bestimmt etwas ein.
    • Ein „Da muß ich mal kurz drüber nachdenken“ oder „Da schaue ich eben genau nach“ dokumentiert Ernsthaftigkeit. Nehmen Sie soviel Unterlagen/Dateien mit, daß Sie sich gut präpariert fühlen.

Alles andere: Mut zur Lücke – gut vorbereitet fällt Ihnen bestimmt etwas ein!

Beim zweiten Teil geht es um Einhakanfasser im Gespräch.

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So läuft der Verhandlungsmotor rund Teil 2: Genau hingehört?

Versicherungen für den Prof

 

 

Drei Mutmacher für Kundengespräche

Klar – wer möchte schon gern eine Ablehnung hören? Aber auch für ein „ja“ und Interesse muß man anfangen, mit jemandem zu sprechen. Mit den folgenden drei Sätzen lässt sich Mut fassen, ein Telefonat oder Gespräch zu starten:

1. Die meisten Menschen sind genauso nett wie Sie!

Sie sind bestimmt ein höflicher und freundlicher Mensch und geben Ihrem Gesprächspartner keinen Grund, Sie nach Ihrem ersten Satz unfreundlich zu behandeln. Stellen Sie sich innerlich vor, dass der andere interessiert und aufgeschlossen ist, dann haben Sie den besten Start. Jeder Zweifel daran fordert das Übel erst heraus.

Wenn Sie das auch an die „Geschichte mit dem Hammer“ erinnert (Hier nachzulesen): genau das meine ich.

2. Würden Sie jemanden verhauen, der Ihnen die Lösung eines Problems ermöglicht oder eine Aufgabe erleichtert?

Wenn Sie etwas Nützliches für den Kunden anzubieten haben – warum sollte er Ihnen nicht zuhören wollen? Ob es das Richtige für ihn ist, jetzt oder später, das werden Sie herausfinden. Und wenn es wirklich nicht paßt: siehe 3.

3. Wer viel fragt, kriegt viel Antwort.

Ist nicht neu, aber immer wieder wichtig. Nicht nur, wenn der Kunde interessiert ist, sondern auch, wenn er ablehnt. Nur mit vielen Informationen vom Kunden kann man ein passenderes Angebot/Produkt schneidern. Speziell für ihn und für das Produkt als solches. Meine Erfahrung ist, dass man fast immer eine hilfreiche Antwort bekommt, wenn man ernsthaft fragt und die Antwort hören will. Erspart eine Menge teurer Marktforschung und Nacharbeit.

Schisser adé!

Ist das wirklich innovativ?

„Also, den Dehnbaum hätte ich jetzt nicht für innovativ gehalten“ meinte eine Freundin – naja, superneue Produkte gibt´s beim Klempner wirklich nicht so oft. Trotzdem finde ich ihn innovativ. Nämlich deswegen:

Was ist eigentlich innovativ?

Innovativ leitet sich von innovare ab, das bedeutet: erneuern.
Es heißt also nicht nur, sich etwas noch nie Dagewesenes einfallen zu lassen, sondern auch:

  • Etwas Vorhandenes zu verbessern oder anzupassen
  • Neue Produkte und Ideen aufzugreifen und in mein Gesamtangebot einzubauen
  • Neue Einsatzmöglichkeiten für meine Produkte / Leistungen zu finden
  • Neue Kooperationspartner zu finden
  • Neue Kontaktmöglichkeiten zu Kunden finden
  • Neue Kundengruppen zu aktivieren

Drei Beispiele für innovative Maßnahmen

Einfallsreich ist besagter Installateur allemal: seit Jahren führt er Hausmessen auf der Anfahrt des vielbesuchten Hofladens durch, greift sehr früh neue Produkte auf, schmiedet Kooperationen mit anderen Gewerken und schaut über den Kirchturmkreis hinaus.

Oder ein Landschaftsbaubetrieb: zum „Abend“ der offenen Tür und zauberhafter Beleuchtung zu fortgeschrittener Stunde wird der Schaugarten mit Schwimmteich präsentiert. Die Homepage ist ein optischer Genuss und immer ajour.

Ein Physiotherapiezentrum hat zusammen mit allen örtlichen Sportvereinen, der Grundschule und einer Krankenkasse ein Bewegungsprojekt gestartet. Der Inhaber ist zusätzlich als Heilpraktiker zugelassen, was eine umfangreichere und verbesserte Behandlung der Patienten ermöglicht. Ein ortsansässiger Nationalmannschaftsspieler wird gesponsert und betreut und ein medizinisch-therapeutisches Netzwerk vor Ort gepflegt.

Die örtliche Präsenz aller drei auf Festen und Gewerbeschauen wirkt sich ebenfalls positiv aus und wirkt weit über die Kundschaft hinaus.

Wo bekomme ich innovative Ideen her?

Überlegen Sie zunächst mal ganz ungefiltert – feilen kann man später:

  • Für neue Angebote: Wer hat wann und wo Bedarf an meinen Produkten / Dienstleistungen? Zum Beispiel zu Anlässen, zu denen er nicht in mein Geschäft kommt? Wie läßt sich mein Angebot um neue Aspekte ergänzen?
  • Für neue Kontaktpunkte: Wie und wo bekomme ich Kontakt zu einem Kunden und zwar, bevor er woanders oder gar nicht kauft?
  • Für Kooperationen: Welche Unternehmerkollegen haben bereits Kontakt zu meinen potentiellen Kunden und könnten mich ins Spiel bringen?

Hier ein Beispiel zur Vorgehensweise:
Innovation gegen Glanz auf Nasen und hohen Stirnen

Wer braucht die Leistungen einer Parfümerie, ist aber gerade ganz woanders?
Idee: Jemand, der zu einem bestimmten Anlass gut aussehen möchte und für kurzfristige professionelle Hilfe dankbar ist, zB durch das Angebot eines mobilen Beauty-Centers.

 

Anlässe und Kontaktpunkte könnten sein:

  • „Nothilfe“ bei Bällen, für Bewerbungsfotos, Fototermine im Standesamt
  • Unterstützung von Theateraufführungen (Schule, Laienbühnen)
  • Bei Sportveranstaltungen („schick für die Siegerehrung“).

Dazu würden sich Kooperationen und Kontaktaufnahmen anbieten zu:

  • Fotografen
  • Tanzschulen, Vereinen, Veranstaltern
  • Veranstaltungsorten wie zB Hotels

Nutzen: Durch das mobile Beauty-Center würde die Parfümerie bei den Besuchern, die ja überwiegend ortsansässig sind, bekannt oder käme wieder in Erinnerung. Wer mir in einer wichtigen Situation hilft, zu dem entwickle ich Vertrauen, da fühle ich mich gut aufgehoben und zu dem gehe ich ins Geschäft, wenn ich entsprechende Produkte kaufen will.
Der Kooperationspartner könnte durch dieses Zusatzangebot seinen professionellen Auftritt optimieren. Oder Sie können Ihre Leistungen gegenseitig empfehlen.

Denken Sie über den Preis nach: individuell bei Inanspruchnahme oder pauschal über den Veranstalter? Die Leistung könnte auch eine reine Verkaufsförderungs- und Imagemaßnahme sein, um zB bei einem Abschlussball als Kontaktaufnahme und Hürdensenker zu den jungen Damen und Herren zu dienen.

Machen Sie Ihr Angebot bekannt: Im Internet (Homepage, Facebook etc.), durch ausgelegte Werbung bei den Geschäftspartnern, auf Einladungen zu Veranstaltungen (Sponsoring!) und denken Sie an die Presse. Berichten Sie über Ihre „Einsätze“, am besten mit Photos.

Holen Sie sich Rückmeldung: fragen Sie die Kunden, ob ihnen das Angebot gefällt und sie es nutzen würden bzw. warum sie es genutzt haben oder nicht. Eine schlanke und effektive Methode, Ihr Angebot zu optimieren! Läßt sich auch gut in die Internetpräsenz integrieren („Das sagen unsere Kunden“).

Bei meinem Fototermin kürzlich wären jedenfalls viele froh gewesen, wenn ein Profi sie fotogen hergerichtet und die aus den Bildern herausglänzenden Nasen und hohen Stirnen verhindert hätte … Und es wäre eine echte Innovation gewesen! Natürlich nicht die Idee als solche, aber diese Kombination von Produkten in dieser Kleinstadt. Zum allseitigen Nutzen.

Einfach mal überlegen, was bei Ihnen passen könnte und ausprobieren! Man kann nur schlauer werden 😉

Welche Idee geht Ihnen gerade durch den Kopf? Am besten gleich Notizen machen und viel Erfolg!

 

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Wie sage ich etwas Nettes über etwas, das ich ganz schrecklich finde?

  • Die neue Frisur der Kollegin ist… unterirdisch
  • Der Anzug vom Chef sieht aus wie von seiner Konfirmation
  • Der Vorschlag des Vorstandsassis ist völlig undurchdacht

Am liebsten möchte man – aber natürlich tun wir es nicht. Stattdessen winden wir uns mit Floskeln, was die Betroffenen natürlich bemerken (Mikromimik) und bestenfalls schmollen. Wer will sich schon´nen schlechten Fuß beim Vorstand machen …

Aber was sagen, wenn man gefragt wird?

Nehmen Sie Ihren ersten Impuls genauer unter die Lupe …

Den ersten Gedanken zu durchleuchten bringt Ihnen beste Ansatzpunkte, etwas zu sagen, was Sie auch meinen, ohne dass Sie sich verbiegen müssen, Ärger einhandeln oder jemandem auf den Schlips treten.

1. Überlegen Sie, warum Sie die Angelegenheit so empfinden und
2. was es daran Positives oder Bemerkenswertes gibt.

… und suchen Sie eine ehrliche und nette Antwort

Hier einige Vorschläge zu den Beispielen von oben:

  • Frisur: So würde ich doch nicht herumlaufen!
    ⇒ Wenn sie so herumläuft, muss sie schon sehr mutig und selbstbewusst sein und diese Frisur ganz toll finden. Oder die Frisur ist eben gerade „modern“.
    Antwort: „Echt selbstbewusst“, „Mal was ganz Modernes“, „Auf keinen Fall langweilig“
  • Anzug: Der sieht aus wie ´ne Presswurst von Anno Knips, das einzig Akzeptable ist die Farbe. Naja, die Siebziger sind wieder in … wenigstens ist der Schlips von heute.
    Wer sich so kleidet, denkt wahrscheinlich: die Hauptsache ist doch, man trägt im Job einen Anzug.
    Antwort: „Angenehme Farbe, sieht businessmässig aus“ „Schöne Krawatte!“
  • Vorschlag: In dieser Form völlig unbrauchbar und nicht zu Ende gedacht.
    ⇒ Warum auch immer er diesen Vorschlag gemacht hat, finden Sie das zuerst heraus: sollte er oder wollte er? Wie verliebt ist er in das Thema? Sonst rudern Sie vielleicht in die falsche Richtung …
    Antwort: „Interessant! Wie sind Sie auf das Thema gekommen?“ Falls das Thema an sich dran ist: „Prima, dass Sie das Thema anfassen!“

Die Beispielantworten sind ehrlich, Sie brauchen nicht zu lügen und niemand ist düpiert. Sie haben halt nur einen Teil Ihrer Meinung gesagt 😉 Am besten kurz und knackig, mit zu vielen Worten entlarvt man sich.
Machen Sie einfach einen neuen Rahmen um die Sache. Ist doch ganz leicht, oder?

 

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Verhandlungsgeschick: Unterstützung gewinnen

Wie man Drohnen salonfähig macht

Beim Stichwort „Drohne“ fällt den meisten Menschen eher Negatives ein: ferngelenkte Waffen oder ein unkontrollierter Hornissenschwarm Paketauslieferer. Wie man ein so umstrittenes Thema trotzdem erfolgreich angeht und sich zunächst wenigstens die Erprobung ermöglicht, hat die Deutsche Post gezeigt.

Von September bis Dezember 2014 wurde erstmals der Einsatz von Drohnen für die Paketzustellung im regulären Betrieb erprobt und zwar mit dem Transport von Medikamenten von der Hafenstadt Norden zu einer Apotheke auf Juist. (Berichte und Pressemitteilungen: hier und hier; DHL-Video) Der DHL- Paketkopter durfte erstmals in Deutschland als unbemanntes Luftfahrzeug außerhalb der Sichtweite des Piloten Transporte durchführen. Dieser europaweit einzigartige Feldversuch ist ein Musterbeispiel für kluge Vorgehensweise bei umstrittenen Themen. Was kann man daraus lernen?

DHL-Paketkopter

Bild: Pressefoto DH

Wähle ein Einsatzgebiet, dessen Nützlichkeit objektiv nachvollziehbar ist

  • Stelle dich in die Schuhe der Betroffenen und stell dir vor, was sie zum Thema bewegt.
  • Versuche, die Ängste und Hoffnungen herauszufinden: unter welchen Bedingungen würdest du einem Einsatz zustimmen?
  • Sprich zunächst Menschen an, die dem Thema eher positiv gegenüber stehen. Hier die Versorgung Betroffener mit lebenswichtigen, oft plötzlich benötigten Medikamenten für einen Ort, der wegen der Wetterbedingungen und Verkehrssituation nicht ständig erreichbar ist.

Beziehe die Betroffenen mit ein

  • Lote die aktuellen Grenzen des Einsatzes aus: „… nein, wenn die ständig überall herumfliegen.“ Nicht gleich das Maximum, sondern zunächst etwas Verdaubares planen (Hier: die Erprobung; weitere Möglichkeiten sind nicht fest geplant, sondern hängen von den Erfahrungen ab)
  • Positive Erfahrungen tragen dazu bei, Zweifel auszuräumen oder stark zu mindern (In diesem Fall die Nationalparkverwaltung Nds. Wattenmeer)
  • Nimm den Menschen die Angst: offene Informationspolitik, Skeptiker ernst nehmen, das Thema anschau- und erlebbar machen (Hier: Presseberichte, Videos vom realen Einsatz)

Sei verantwortungsvoll

  • Teste ausreichend, bevor du etwas „auf die Menschheit loslässt“
  • Minimiere Risiken weitestmöglich (Hier Absturz, Kollisionen, Abriss der Funkverbindung etc.)
  • Höre auf Verbesserungsvorschläge. Man kann schlauer sein als ein anderer, aber nicht als alle anderen …

Egal, ob ein neues Produkt, ein Controllinginstrument, ein Mitarbeiter-Beurteilungssystem oder die Renovierung der Kantine: es sind immer die Menschen, die handeln. Wenn wir sie ernst nehmen und klug vorgehen, ist es leicht, Unterstützung zu gewinnen!

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„omaesk“ oder „oldschool“?

„Omaesk“ ist eindeutig witziger, macht einem aber eher wenig  Freunde, genauso wie: „Dem kleben ja noch die Eierschalen hinter den Ohren“. Geschicktere Wortwahl vermeidet unnütze Streitereien und legt das produktive Potential der unterschiedlichen Sichtweisen frei. Hier ein paar nützliche Tipps (nicht nur) für den Kampf der Generationen.

Besonders deutlich wurde mir das Thema gestern Abend in meinem geliebten Parfum-Forum: Während die einen jammern, dass die neuen Düfte alle nur nach teeniequietschsüßen Gummibärchen und Obstkorb riechen, finden andere, ein Parfum sei „omaesk“. Woraufhin sich dann beide Parteien mit zunehmender Heftigkeit weitere Unnettigkeiten in die Tastatur hauen. Am Ende bleiben die Beteiligten gekränkt zurück und das halbe Forum hat vorübergehend die Lust am eigentlichen Thema verloren.

Dabei ist es ziemlich einfach, die eigene Meinung so in die Welt zu tragen, dass man sich damit mehr Freunde als Feinde macht und beide Seiten davon profitieren. Nehmen wir mal an, es besteht nicht die Absicht, die eigene Meinung als die alleinseligmachende zu verbreiten, dann gibt es ein paar kleine Hilfsmittel mit großer Wirkung.

 

Vorher überlegen, wer alles meine Worte mitbekommt

Unmittelbar oder mittelbar, das sollte man nicht unterschätzen (Achtung: Stille-Post-Effekt!). Besteht die Möglichkeit, jemanden vor den Kopf zu stossen, prüfe man lieber einmal mehr die Wortwahl. Statt „omaesk“ und „wer will schon wie sein Opa riechen“ geht ja auch „Oldschool“ und „Klassischer Barber-Shop“. Statt „süßquietschiger Teenie-Duft“ eher „Etwas für die mit dem süßen Duftzahn“ usw.

 

Wenn sich jemand offensichtlich gekränkt fühlt, ist es hilfreich, dessen Gefühle  ernst zu nehmen, statt auf die Barrikaden zu gehen
„Stell Dich nicht so an“, „Was ist denn daran so schlimm“, „Stimmt doch aber“ bescheren mir im schlechtesten Fall einen neuen Feind, im besten Fall jemanden, der mich fortan mitleidig als unreif oder verkalkt belächelt. Mein nächster Parfumkommentar kriegt bestimmt so einige „nicht hilfreich“-Klicks, egal wie gut er ist. Und wenn ich mich für meine Wortwahl entschuldige, heißt das ja nicht, dass ich nun auch gleich meine Meinung komplett ändern muß.

Sich in die Situation Andersdenkender hineinversetzen
Möchte ich, das jemand so über meine Lieblingsdüfte oder mein Alter redet? Hilft garantiert.

Blind testen
Eine Probe, auf der nur eine Nummer steht und nicht der Name, bringt viele interessante Überraschungen. Drogeriedüfte, die die Bückzone wirklich nicht verdient haben. Banale 350€-Parfums. Oder man findet eine neue Liebe bei altgedienten Klassikern , entdeckt Verruchtes aus viktorianischer Zeit und kontemporäre Genialiäten.

Übrigens: wenn jemand mit schnoddriger und respektloser Art viele User gegen sich aufbringt und seine Beiträge häufig gemeldet werden, greifen die meisten Admins durch: mit Ausschluß aus dem Forum.

Das läßt sich alles 1:1 auf das Zwischenmenschliche im Arbeitsleben übertragen. Setze „aus dem letzten Jahrtausend“ statt „opamässig“ und „neumod´schen Kram“ statt „Teenie“. Der Rest ist identisch.

Welche Worte werden Sie demnächst in die Verbannung schicken?

 

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Der Strassenmusiker

Heute lade ich Sie heute zu einem kleinen Konzert ein.
Gönnen Sie sich fünf Minuten Pause und schauen Sie hier hinein.
(Möglichweise öffnet sich die Präsentation nicht automatisch
bei Ihnen, dann bitte in PPT direkt starten.)

 

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten: zum Nachlesen und noch mehr zum anschauen.

 

PS: Ich konnte den Urheber des .pps nicht herausfinden.
Autor/Rechteinhaber mögen sich ggf. bei mir melden.
 
.
 
 

Das Glitzern im Auge des Kunden

Serie: Mikromimik als Schlüssel (3)

„Autos zu verkaufen ist einfacher als Versicherungen oder Maschinen zu verkaufen.“

Das glauben Sie nicht? Ich auch nicht.

Was erwarten Sie von einem Produkt? Soll es nur seinen Zweck möglichst gut erfüllen? Vielleicht möchten Sie sich auch wohl oder sicher damit fühlen, vielleicht anerkennende Blicke ernten (die Marketing­branche sagt: wir wollen uns sexy fühlen 😉 ). Egal, ob es um ein Auto oder eine Versicherung geht – oder um eine Produktionsmaschine: haben Sie schon mal das Glitzern in den Augen beim Anblick eines Baggers oder einer Flycutter-Fräsmaschine gesehen?

1. Auf das Glitzern achten

Wenn Sie sehen, dass es in den Augen des Kunden glitzert, wissen Sie, was ihn begeistern kann.

Also: den Menschen ins Gesicht sehen und sie beobachten. Nicht nur auf das  gesprochene Wort achten, das kann den tatsächlichen Gefühlen völlig wider­sprechen. Sondern auf die Mimik und auf die Körpersprache achten und darauf, ob beides zusammenpasst.

Es sind die kleinen und kleinsten Signale, mit denen wir Menschen unsere Gefühle aussenden und die sorgen dann für das berühmte Gefühl im Bauch. Dieses Bauchgefühl können Sie in den Kopf holen und haben damit den Schlüssel zu einem erfolgreichen Gespräch in der Hand.

 

2. Körpersprache und Mimik einschätzen

Am besten machen Sie bestimmte Haltungen nach und beobachten, welche Gedanken Ihnen dabei durch den Kopf gehen und welche Gefühle die Haltung bei Ihnen auslöst.
Da wir Menschen gar nicht so verschieden sind, bekommen Sie dadurch gute Hinweise für die Interpretation. Genauso kann man es mit Gesichtsausdrücken probieren.

Es gibt sieben Grundemotionen, für die alle Menschen den gleichen Gesichts­ausdruck zeigen. Und zwar unabhängig von Geschlecht, Kultur, ethnischer Herkunft oder Alter.

Die Grundemotionen sind:

  • Freude, Zufriedenheit, Glücklich sein
  • Überraschung, Erstaunen
  • Trauer, Enttäuschung
  • Ärger, Unzufriedenheit, Wut
  • Angst, Schreck, Furcht
  • Widerwillen, Ekel, Abneigung, Ablehnung
  • Verachtung, Geringschätzung

Auch, wenn wir unsere Gefühle nicht preisgeben wollen, blitzen sie für Sekunden-Bruchteile auf dem Gesicht auf, als sogenannte Mikroausdrücke, die nur für 1/5 bis 1/125tel (!) Sekunde auf dem Gesicht erscheinen. Normaler­weise dauern mimische Ausdrücke eine halbe bis 4 Sekunden. Also bis zu 500mal länger!

Man muss also sehr genau hinsehen und geübt haben, um die Mikroausdrücke verwechslungsfrei interpretieren zu können. Es lohnt sich! Denn dadurch entgeht Ihnen das „Glitzern“ im Auge des Kunden nicht mehr.

3. Erkenntnisse einsetzen

Natürlich können Sie nicht die Gedanken anderer Menschen lesen, aber die Gefühle. Und die können Sie aufgreifen: fragen Sie nach oder bieten Sie Inter­pretationen an. Hier einige Anregungen:

  • Bei einem verächtlichen Blick: Fragen Sie, ob er nicht einverstanden ist.
  • „Es glitzert“ (Freude): Gefällt Ihnen das? Was gefällt Ihnen besonders?
  • Ärger: Habe ich Sie verärgert? Womit? Was kann ich tun?
  • Überraschung: Das ist Ihnen neu? Was wollen Sie wissen?

Und schon sind Sie bei den Kernpunkten, der Kunde fühlt sich ernst genommen und Sie können Ihr Thema zielgerichtet voranbringen.

Und das ist immer so: egal, ob Sie ein Auto verkaufen oder eine Versicherung.

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Mikromimik sicher einschätzen

Serie: Mikromimik als Schlüssel (2)

Wenn es für Sie wichtig ist, Ihre Gesprächspartner möglichst frühzeitig sicher einzuschätzen, ist die Beachtung der Mikromimik ein entscheidender Faktor. Denn die minimalen Gesichtsausdrücke geben Ihnen wichtige Hinweise auf die Gefühle, die Ihre Gesprächspartner bewegen und seine Entscheidungen und Handlungen beeinflussen.

 

Das Geheimnis der Mikromimik

Mit unserer Mimik drücken wir bekanntlich unsere Emotionen auf dem Gesicht aus: das geschieht automatisch und ist uns für viele Gefühle angeboren.
Man kann Mimik zwar unterdrücken, aber nur, wenn man sich ganz bewusst darauf konzentriert. Und je extremer, stressiger oder unerwarteter eine Situation ist, desto weniger gelingt uns das. Fast immer „zuckt“ es doch.

Da wir uns hauptsächlich mit Worten verständigen, achten wir oft nicht so genau auf die Mimik unseres Gesprächspartners. Dadurch entgeht uns, was er oder sie nicht sagt, aber empfindet.

Das gilt besonders für die mimischen Mikroausdrücke, die nur 1/5 bis 1/125 Sekunde auf dem Gesicht erscheinen. Normaler­weise dauern mimische Ausdrücke eine halbe bis 4 Sekunden, also bis zu 500mal länger.

Ob bei Verhandlungen, Präsentationen, in Führungssituationen, bei Kunden­gesprächen, Projekten oder Recruiting: oft ist es wichtig, Ansatzpunkte zu finden, Zugang zu Unausgesprochenen zu erhalten oder rechtzeitig Warnsignale zu erkennen. Wenn Sie die Mikromimik Ihrer Gesprächspartner beobachten und sicher interpretieren können, gelingt Ihnen das.

Wie lässt sich diese spezielle Fähigkeit einsetzen?

Die Mikromimik gibt Ansatz­punkte, auf die sich das weitere Gespräch aufbauen lässt. Zum Beispiel, indem Sie Ihre Beobachtungen zur Verfügung stellen:

  • Reißt der Mitarbeiter oder Bewerber bei einer Frage für Sekundenbruchteile die Augen auf? Dann können Sie, angemessen verpackt, diesen Punkt weiter sondieren.
  • Presst ein Kollege in der Projektbesprechung ganz kurz die Lippen zusammen? Fragen Sie nach seiner Meinung: vielleicht hat er sich gerade über etwas geärgert, dann können Sie die Sache schnell und ohne Reibungsverluste klären.
  • Leuchten die Augen des Kunden blitzschnell auf? Bleiben Sie beim gerade angesprochenen Produkt oder Ihrem Argument, stellen Sie weitere Fragen, um sein Interesse herauszukristallisieren.

Werden die Menschen nun völlig durchschaubar?

Gewiss nicht: niemand kann Gedanken lesen und den Grund für Gefühle auch nicht.

Ist Missbrauch möglich? Nur sehr bedingt, denn auch über mein Gesicht laufen Mikroausdrücke, die der andere seinerseits bemerkt. Auch wer nicht geschult ist, hat das „komische Gefühl im Bauch“ und wird vorsichtig.

Und falls jemand ein Pokerface zeigen möchte, um nicht „lesbar“ zu sein: man muss dafür seine Emotionen und Mimik völlig kontrollieren! Und man sollte sich überlegen, ob Undurchschaubarkeit wirklich hilfreich ist: ein unbewegtes Gesicht weckt Unbehagen und Vorsicht.

Wie kann man das Erkennen von Mikroausdrücken lernen?

Das Erkennen der grundlegenden Gefühle ist uns angeboren, es kommt also „nur“ darauf an, sich dieses vorhandene Wissen bewusst zu machen und zu trainieren:

  • unsere Aufmerksamkeit erhöhen,
  • das Erkennen der verschiedenen Gesichtsausdrücke erlernen,
  • üben, um die Mikromimik innerhalb von Sekunden­bruchteilen
    ohne Verwechslung sicher einschätzen zu können.

Dadurch steigt die nonverbale und intuitive Kompetenz und Sie kommunizieren in jeder Situation erfolgreicher!

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Versicherungen für den Prof

Annalena Krantz, Außendienstmitarbeiterin einer Versicherung, hat „Bammel“ vor dem Beratungstermin mit einem Hochschulprofessor, obwohl sie fachlich gut ausgebildet ist und top informiert.
Sie denkt: ich bin viel jünger und der Professor weiß so viel und und …

Wir spielen die Situation durch und es zeigt sich, dass der Prof davon ausgeht, dass gleich eine kompetente Fachfrau zum Termin kommt, das ist für ihn gar keine Frage. Da er selbst von Versicherungen null Ahnung hat (schließlich ist er Professor für Maschinenbau), ist er froh, dass endlich einmal alles geregelt wird.

Erkenntnisse:

  1. Der eine ist Fachmann für dies, der andere für das;
    andere Menschen respektieren uns genauso, wie wir sie.
  2. Die Schere ist in meinem Kopf und vor allem in meinem Gefühl.
  3. Das Problem ist lösbar und ich habe es in der Hand, es auch zu tun.

Handeln, nicht nur reden

Wir lassen die gewünschte Situation durch die Teilnehmer lebendig werden, indem wir sie nachspielen und dabei herausfinden, welche Gedanken, Impulse und Beweggründe im Spiel waren. Anschließend werden die Erkenntnisse zur Entwicklung geeigneterer Vorgehensweisen genutzt und die Situation damit ein zweites Mal durchgespielt. So kann man gleich ausprobieren, wie es funktioniert und weiß dann in der Praxis schon, wie es geht.

Für alle, die etwas Theorie zur Methode wissen möchten:

Hier habe ich psychodramatisch gearbeitet. Neinnein – das gibt kein Drama im Seminar.
Sondern eine Bühne, auf der die Welt lebendig wird – deswegen Drama.
Psychodrama ist eine Methode aktiven, handlungsorientierten Lernens in Gruppen und Einzelarbeit.

Durch eine psychologisch fundierte Form des wiederholenden Handelns haben Sie sowohl als Protagonist wie als Teilnehmer die Möglichkeit, die Sichtweisen und Verhaltensgründe
anderer Menschen in aktivem, realitätssimulierendem Handeln kennenzulernen.
Die zu beleuchtende, reale Situation wird durch Sie als Teilnehmer dargestellt und aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt. Indem Sie eine Rolle übernehmen oder sich als Protagonist durch die Augen anderer Menschen erleben, erkennen Sie ungünstige
Verhaltensmuster und neue Perspektiven für Ihr Handeln.

Anschließend werden Verhaltensalternativen erprobt, damit man erfährt, ob sie funktionieren. Durch die professionelle Anleitung erhalten Sie Handlungskompetenz und Sicherheit für zukünftige Situationen. Der Praxistransfer ist damit optimal gesichert.

Außerdem ist es sehr interessant, einmal ganz andere Rollen zu übernehmen als die, die Sie schon gut kennen (und die Sie vielleicht immer schon mal ausprobieren wollten) ;-).

Literaturtipp

Ulrike Kroneck &  Martina Rosenbaum

Das Psychodrama. Eine praktische Orientierungshilfe!
100 Seiten Kreuz Verlag, Stuttgart 2007

Psychodrama ist ein lebendiges und handlungsorientiertes
Verfahren der Psychotherapie und des sozialen Lernens.
In einem kleinen Streifzug durch die Theorie und Praxis des
Psychodramas verdeutlichen die Autorinnen das Wesen und
die technische Vorgehensweise dieses kreativen Verfahrens.
Dabei verlebendigen die vielen Beispiele aus der Praxis den
befreienden Aspekt des Psychodramas: Wie gut es tut, die
Dinge zu tun, statt nur darüber zu reden.

Versteckte Emotionen erkennen

 

Serie: Mikromimik als Schlüssel (1)

Menschen unterdrücken oft ihre wahren Gefühle und zeigen eine
gespielte Mimik oder verstecken sie, z.B. hinter einem Lächeln.
Doch für Sekundenbruchteile huscht das wirkliche Gefühl über das Gesicht.

 

Das Geheimnis der Mikromimik

Mit unserer Mimik drücken wir unsere Emotionen auf dem Gesicht aus: das
geschieht automatisch und ist uns für viele Gefühle angeboren. Man kann Mimik
zwar unterdrücken, aber nur, wenn man sich ganz bewusst darauf konzentriert.
Und je extremer, stressiger oder unerwarteter eine Situation ist, desto weniger
gelingt uns das. Fast immer „zuckt“ es doch.

Da wir uns aber hauptsächlich mit Worten verständigen, achten wir oft nicht auf
die Mimik unseres Gesprächspartners. Dadurch entgeht uns alles das, was er
oder sie nicht sagt, aber empfindet.

Das gilt besonders für die mimischen Mikroausdrücke, die nur 1/5 bis 1/125 Sekunde
auf dem Gesicht erscheinen. Normalerweise dauern mimische Ausdrücke eine halbe
bis 4 Sekunden. Also bis zu 500mal länger!

Wie kann ich das Erkennen von Mikroausdrücken lernen?

Das Erkennen der grundlegenden Gefühle ist uns angeboren, es kommt also „nur“
darauf an, sich dieses vorhandene Wissen bewusst zu machen und zu trainieren:

  • unsere Aufmerksamkeit erhöhen,
  • das Erkennen der verschiedenen Gesichtsausdrücke erlernen,
  • üben, um die Mikromimik innerhalb von Sekunden­bruchteilen
    ohne Verwechslung sicher einschätzen zu können.

Das Ziel ist, unsere Konzentration auf die Mimik auszuweiten –
nicht, sie von der Sprache wegzunehmen.

Werden die Menschen nun völlig durchschaubar?

Gewiss nicht. Unsere Gedanken kann niemand lesen. Wer lieber ein Pokerface
zeigt,muss seine Emotionen völlig kontrollieren. Aber man sollte sich vorher
überlegen, ob Undurchschaubarkeit meinem Ziel wirklich förderlich ist.

Ist Missbrauch möglich? Nur sehr bedingt, denn auch über mein Gesicht laufen Mikroausdrücke, die der andere seinerseits bemerkt. Selbst, wer nicht geschult
ist, hat das „komische Gefühl im Bauch“ und wird vorsichtig.

Wie lässt sich diese spezielle Fähigkeit einsetzen?

Das Gelingen eines Gesprächs hängt zum größten Teil davon ab, ob die „Chemie“
stimmt: ob wir uns mit dem anderen wohl fühlen. Wenn wir ihm oder ihr vertrauen,
uns ernst genommen und respektiert fühlen, dann sind wir auch aufgeschlossen.

Wenn ich also die Gefühle des Gesprächspartners wahrnehme – besonders die, die
nicht offen gezeigt werden – kann ich darauf eingehen.

Dann lassen sich z.B. Missverständnisse, unausgesprochener Ärger und Vorbehalte ausräumen. Oft wartet der andere nur darauf, dass ich den ersten Schritt tue und
ihman der Nasenspitze ablese, was ihn bewegt und es anspreche – oder eben das
Themalieber fallen lasse. Andererseits kann ich erkennen, was jemanden begeistert.

Für alle, die beruflich Menschen einschätzen oder verhandeln, ist die Fähigkeit, Mikromimik zu interpretieren, ein entscheidender Faktor der nonverbalen Kompetenz.

Und es gibt noch einen positiven Zusatzeffekt: ich habe die Erfahrung gemacht, dass
man durch das Beachten der Mikromimik insgesamt aufmerksamer wird für alle Gesprächspartner und auch auf Tonfall, Stimme und Körpersprache verstärkt achtet.

Dadurch kommunizieren Sie in jeder Situation erfolgreicher!

Für wen ist diese Fähigkeit wichtig?

Für alle die, die Menschen überzeugen, einschätzen oder führen müssen:

  • Key-Account-Manager und Vertriebsmitarbeiter
  • Verhandler auf höheren Ebenen (zB Kooperationen, Lieferverträge)
  • Führungskräfte
  • Personaler, Recruiter, Personalberater
  • Trainer und Ausbilder
  • Einkäufer
  • Projektleiter
  • Spezialisten für interne Projekte (zB Controlling, Compliance,
    Sicherheit, Wissensmanagement)

 

Neugierig geworden? Hier klicken und im Test Ihre Fähigkeiten ausprobieren!
Hier
gibt es die Übersetzung der englischen Begriffe.


Diese Serie wird fortgesetzt.
Der nächste Teil handelt von Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Berufen.

Fit für den Unternehmensverkauf?

Allenthalben wird geklagt, Unternehmer fänden keine Nachfolger.
Ich höre sehr oft: „Ich finde kein Unternehmen, das ich kaufen kann.“

Also gibt es gar kein Problem – wenn beide Seiten gut vorbereitet starten.
Genauso, wie Sie Ihre Unternehmensgründung gezielt geplant haben, ist es jetzt auch beim Verkauf. Nur die Inhalte sind anders.

Ganz ehrlich: würden Sie ein Unternehmen kaufen, das so aussieht, als ob es mit seinem Inhaber in den Ruhestand geht? Investitionsstau, abbröckelnder Kundenstamm, wenig aussagekräftige Zahlen, keine neuen Produkte oder Angebote, veraltete Außendarstellung – das lockt keinen Käufer hinter seinem Ofen hervor.
Eine hübsche Braut mit anständiger Mitgift findet immer einen passenden Ehemann 😉

Machen Sie einen kurzen Test, ob Ihr Unternehmen fit ist für den Verkauf:

○ Es gibt eine umfassende Unternehmensdarstellung:

○ Ertragslage und Finanzsituation
○ Markt und Branche, Zielgruppe
○ Produkte, Lieferanten
○ Organisation, Mitarbeiter
○ Verträge
○ Strategie und Planungen
○ Rechtsform, Kapitalausstattung, Gesellschafterstruktur

○ Die Übergabealternativen sind bekannt (Verkauf sofort/ratierlich, Buy-In, Rente …) .
○ Es gibt eine angemessene Kaufpreisvorstellung (Gutachten vorhanden?).
○ Das Unternehmen ist auf die Übergabe gut vorbereitet.
○ Der Inhaber ist auf die Übergabe gut vorbereitet (auch, wenn´s schwerfällt).
○ Die Mitarbeiter sind auf die Übergabe vorbereitet.
○ Steuer- und rechtliche Aspekte sowie Haftungsfragen sind geprüft.
○ Der Prozeß für die Übergabe ist klar (Zeitplan, Übergang der Kontakte, Eintritt in
Verträge, Bekanntgabe nach außen …).
○ Externer Beratungsbedarf ist bekannt (spezialisierte Unternehmens- und
Steuerberater, Rechtsanwälte/Notare).

Auswertung

Alles angekreuzt:
Chapeau! So gut vorbereitet können Sie sofort die Suche und Auswahl des Nachfolgers starten, gefolgt von Verhandlungen, Vertragsschluß und Übergabe.

Nicht alles angekreuzt:
Um den Nachfolgeprozeß erfolgversprechend zu starten, gibt es noch einiges zu tun.

Erste Informationen bekommt man hier:

Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.

Immer, wenn ich sage „ich versuch´s mal“, kann ich mir die Zeit, die der Versuch kostet, gleich sparen. Meine Zweifel kann man geradezu anfassen und das Scheitern ist gleich einprogrammiert.

Wenn ich etwas wirklich will, sage ich: „Ich mache das!“ und gehe mit Schwung an die Sache.

Wer also versuchen will, mehr Sport zu treiben oder mit dem Rauchen aufzuhören – will eigentlich gar nicht.

Dummerweise bindet das Versuchen-wollen Energie und macht ein schlechtes Gewissen, wenn es nicht klappt. Mir geht das jedenfalls so. Ihnen auch? Dann lassen Sie die Versuche, aber versuchen Sie nicht, die Versuche zu lassen.

Viel Erfolg dabei!

Wollen Sie zB versuchen, den Gefühlen eines Menschen auf die Spur zu kommen?
Dann lesen Sie jetzt nicht weiter.<
Wollen  Sie lernen? Dann lesen Sie hier weiter.

Übrigens: wenn Ihnen das Zitat bekannt vorkommt – es ist aus „Star Wars“. Der Jedi-Meister Yoda (genau, der Kleine mit der gelb-grünen Haut) sagte es zu Luke Skywalker, als er ihn ausbildete. Der stand sich mit seinen Gedanken öfter selbst im Weg und fiel dann auch schon ´mal buchstäblich auf die Nase.

Mein fahrendes Sofa

Ich wollte mir ein vernünftiges Auto kaufen …

Ich habe mir ein neues Auto gekauft. Vernünftigerweise hatte ich mich für ein verbrauchsfreundliches, nicht ganz so teures vorentschieden.
Dachte ich jedenfalls.

Als ich im Autohaus meine Vorstellungen präsentierte, wanderten meine Gedanken und Rede zu einem vor Jahren ersetzten heißgeliebten Auto zurück – mein fahrendes Sofa …

Reaktion des Verkäufers: Heute sind die Autos doch viel moderner, bieten bessere Ausstattung, brauchen weniger Kraftstoff –   jajaja, stimmt alles, aber ….

… aber ich hätte mir lieber eins nach meinem Herzen gekauft.

Hätte der Verkäufer das Glitzern und die Sehnsucht in meinen Augen gesehen, hätte er
nur zu sagen brauchen: „Da habe ich etwas für Sie und der Komfort ist noch besser geworden!“ Und dann hätte er mich in ein entsprechendes Fahrzeug der aktuellen Baureihe gesetzt. Und ich hätte jetzt ein anderes Auto.

Ein viel schöneres.
Ein teureres.
Ganz sicher! Das wäre es mir wert gewesen.
Pech für ihn, Pech für mich.

Schade für uns beide. Was hätte also geholfen?

  1. An der „Nasenspitze“ ablesen, wo die Sehnsucht steckt.
  2. An der richtigen Stelle einhaken.
  3. Mit dem Angebot, das in die Rahmenbedingungen
    (Spezifikationen, Zweck, Preis) passt.

Egal, ob neues Auto, neuer Bagger, neue EDV-Anlage, neue Versicherung, und auch, wenn keiner zugeben mag, dass ein neuer Fertigungsautomat glücklich machen kann: er kann.

Das hat nichts mit über den Tisch ziehen zu tun. Warum auch sollte irgendjemand mit einem Kauf nicht höchstmöglich zufrieden sein?
Na also. Auf Neudeutsch: in win-win-Ergebnis. Ganz politisch korrekt.

Lesen Sie hier weiter , wie Sie die Nasenspitze erkennen können, um einzuhaken.

Wenn Sie spezielle nonverbale Fähigkeiten gleich ´mal testen möchten, dann klicken
Sie hier. Einfach auf einen Zahlen-Button klicken und dann auf den Begriff für den Gesichtsausdruck, den Sie gesehen haben (Ergebnis wird sofort angezeigt).
Hier gibt es dazu die Übersetzung der englischen Begriffe.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Bedeutung der englischen Begriffe

Die im Englischen verwendeten Begriffe lassen sich nicht immer 1:1 übersetzen; diese Tabelle  soll das gemeinte Gefühl im Bereich der Mikro-Mimik verdeutlichen.

 Englisch  Deutsch
 Angry  Ärger, Wut
 Surprise  Überraschung, Erstaunen
 Contempt  Verachtung, Geringschätzung
 Sad  Enttäuschung, Traurigkeit
 Fear  Angst, Schreck, Furcht
 Happy  Freude, Zufriedenheit, Glücklichsein, Genuß
 Disgust  Abneigung, Ablehnung, Widerwillen, Ekel

 

 

 

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Was Chefs von Pferdeflüsterern lernen können

Fundstück: eine sehr interessante Buchbesprechung im Handelsblatt (hier) über das, was einen guten Chef ausmacht. Unverändert aktuell. Einige Zitate:

„Was Chefs von Pferdeflüsterern lernen können“
Vertrauen ist wichtig – nicht nur beim Führen von Pferden, schreiben Helmut Maucher und Fredmund Malik. In ihrem Management-Ratgeber erfahren Leser, was einen guten Chef ausmacht.
….

  • Über das richtige Gespür
    Wer nicht sensibel ist, kann nicht führen, wer nur sensibel ist auch nicht.
  • Über die richtige Grundhaltung
    Man muss sagen, was man will. Man muss offen sein und überzeugen können.
  • Über den unverstellten Blick
    Dinge kommen und gehen immer schneller. Irgendein Consultant findet eine neue Methode, irgendein Professor beglückt uns mit einer neuen Theorie. Und viele werden daran glauben, bis wieder etwas Neues kommt. Das gehört zum Spiel. Nur, wenn einer oben hockt, muss er sortieren können.
  • Über die richtige Mischung
    Je höher die Führungsstufe, desto mehr spielt neben Intelligenz, Ausbildung und Erfahrung die allgemeine Persönlichkeit eine Rolle. Von narzisstischen Intellektuellen, die alles sezieren und genau analysieren, kann man keine Taten und Lösungen erwarten.
  • Über den Weg zum Unternehmenserfolg
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es letztlich die Qualität des Managements ist, der Charakter, der Mut, die Verlässlichkeit und Standfestigkeit der handelnden Personen. Corporate Governance oder das Berichtswesen mögen ihre Bedeutung haben – aber mit den genannten Voraussetzungen und gesundem Menschenverstand kann man nach meiner Erfahrung 98 Prozent aller Managementprobleme lösen.

…     ganzen Artikel lesen

Auf Menschen und Zahlen achten – sach´ ich doch auch immer 😉